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Frauenpower

02.03.2020 - 09:11

Die Frauenquote der TOUR Transalp hat noch Luft nach oben. Triathletin Frauke Gerber hat sich 2019 der Herausforderung gestellt und ist im Team mit Janine Wolf über sich hinausgewachsen. Wie sie das Abenteuer erlebt hat, verrät sie im Kurz-Interview.

Deine Transalp-Erfahrungen in drei Worten: Selbsterfahrung, Meditation, Bergkulisse.

Was hat Dich angetrieben, Dich für die TOUR Transalp anzumelden?  Ich wusste, dass ich eigentlich überhaupt nicht dafür gemacht bin. Die Anmeldung kam auf Drängen meines Ex- Mannes zustande. Ich wäre von alleine nie auf die Idee gekommen, bei so einem Rennen mitzumachen. Mein Antrieb? Ich wollte mir beweisen, dass ich es trotz schlechter Voraussetzungen kann, und ich wollte unbedingt spüren, was es mit mir macht. Also reine Neugierde und Abenteuerlust!

Was macht für Dich den Reiz dieses Etappenrennens aus? Generell hege ich Begeisterung für die Rennatmosphäre bei Wettkämpfen. Es liegt enorme Spannung in der Luft, gespeist durch Vorfreude, Ungewissheit (Schaffe ich das? Hält das Rad?), Hektik und natürlich Nervosität. Jedem Teilnehmer stehen Ehrgeiz und Konzentration ins Gesicht geschrieben. Für mich ist es interessant, diese nach innen gerichtete Fokussierung auch außen beobachten zu können. Es macht einfach etwas mit dir! Das gibt es im Alltag höchst selten und macht das ganze Erlebnis so besonders.

Was glaubst du, warum eher wenige Frauen das Abenteuer wagen? Die niedrige Frauenquote hat mit Sicherheit vielfältige Gründe, wenn es sich um einen Bereich handelt, der mit größerer Belastung in Verbindung steht. Generell habe ich den Eindruck, dass sich Frauen nicht so gerne extremeren körperlichen Belastungen aussetzten (von einer Schwangerschaft mal abgesehen ;-)).

Das mag zum einen mit der geringeren Muskelkraft zusammenhängen  oder auch mit dem großen Zeitaufwand. Was die Physis betrifft, kann ich nur bestätigen, dass es echt hart war. Als richtiger Energiekiller standen für mich die Sonne sowie die Belastungsdauer im Vordergrund. Bei Frauen spielt ebenfalls der weibliche Zyklus mit rein, auch wenn das keine von uns gerne zugibt. Es sind für uns nicht alle Tage gleich im Training oder Rennen.  Das Zeitmanagement spielt bei Frauen - gerade wenn Kinder mit im Spiel sind - die zentrale Rolle. Ich beobachte oft, dass Frauen sich von vorneherein schneller zurücknehmen und zugunsten der Familie verzichten. 

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