Termin 24. - 30.06.2018

Glorieux/Michels mit drittem Etappensieg | Nothegger/Obwaller nach unglaublicher Aufholjagd auf Platz zwei

Die beiden Belgier Frederic Glorieux und Bob Michels stehen nach ihrem dritten Etappensieg bei der TOUR Transalp 2017 kurz vor ihrem ersten Gesamterfolg. Die beiden Athleten vom Team Prostyle-Grinta! triumphierten auf dem Abschnitt von Aprica nach Pieve di Ledro (120,74 km / 2.365 Hm), das erstmalig als Etappenort fungierte, in der Zeit von 3:42.57,5 und bauten damit ihre Führung im Gesamtranking auf das beste Mastersteam deutlich aus.


Ein ganz starker Ritt über den Croce Domini beschert den Raceleadern eine komfortable Führung vor dem letzten Tag © Miha Matavz

Mathias Nothegger (AUT) und Hans Peter Obwaller (AUT) von www.nom-training.com überquerten nach furioser Aufholjagd als Gesamtzweite die Ziellinie (3:49.44,2) und stehen damit – wie schon 2015 – vor dem Sieg in der Wertung für die Männerteams mit einem addierten Alter von mehr als 80 Jahren.

Dafür mussten die beiden erfahrenen Transalp-Athleten allerdings viel investieren.

Vom Start weg in Aprica ging es die ersten 45 Kilometer der Etappe immer leicht bergab, wobei die Spitze nach der neutralisierten Phase für durchweg hohes Tempo sorgte.

Just zu diesem Zeitpunkt wurden die Träger der Grünen Trikots, Nothegger und Obwaller, die noch vor der heutigen Etappe mit nur 5,1 Sekunden Rückstand auf Glorieux und Michels vom Gesamtsieg hatten träumen dürfen, durch einen Reifendefekt Obwallers weit zurückgeworfen.

„Fast das gesamte Feld ist an uns vorbeigefahren. Richtig schade, denn eigentlich wollten wir heute um den Tagessieg kämpfen“, berichtete Unglücksrabe Obwaller, der seinen Vorderreifen wechseln musste.

Unterdessen erreichte die Spitze bei 20 Grad und guten Bedingungen den Passo Croce Domini (1.895m), der erstmals in der 15-jährigen Geschichte des siebentägigen Etappenrennens befahren wurde.

Ex-Profi Udo Bölts (GER) vom Team Easton sorgte in den ersten Kehren für das Tempo.

„Nach einigen Kilometern hat er sich dann zu uns umgedreht und gemeint, ihr seid jetzt an der Reihe“, sagte Frederic Glorieux, der dann gemeinsam mit Michels die Tempoarbeit übernahm und sich langsam vom Feld absetzen konnte.


Der Moment, in dem die beiden Belgier Glorieux und Michels das Zepter von Bölts übernahmen © Uwe Geissler

Dabei ließen sich die beiden Belgier in den Gelben Trikots auch nicht vom erneuten Wetterumbruch, starken Regenfällen und einsetzendem Hagel aus dem Rhythmus bringen.

„Im Anstieg war es noch kein Problem, aber in der Abfahrt wurde es immer schwieriger. Ich habe am ganzen Körper gezittert. Wir haben wenig Risiko genommen, denn die Straßen waren sehr eng“, fasste Glorieux zusammen.

Während die Topfavoriten auf den Titel 2017 ihren dritten Etappensieg mit Bedacht nach Hause fuhren, arbeiteten sich weiter hinten Nothegger und Obwaller durch das ganze Feld nach vorne.

Nachdem sie den Croce Domini bereits als Gesamtdritte überquert hatten, distanzierten die Österreicher vor dem Ziel auch noch das zweitbeste Mastersteam der 15. Rennauflage, Stefan Oettl (GER) und Bart Bury (BEL).

Das Team corratec 1 sicherte sich am Ende aber noch den dritten Tagesrang (3:50.45,9) im Zielsprint vor dem Team Imst Tourismus 2 mit dem Österreicher Daniel Pechtl und dem Italiener Thomas Gschnitzer (3:50.46,0).

„Für mich persönlich war es eine sehr durchwachsene Etappe. Ich habe aufgrund von Rückenproblemen nicht voll fahren können. Da hilft natürlich das Wetter dann auch nicht wirklich. Die Abfahrt war aufgrund des Hagels und des heftigen Regens extrem schwierig. Das ist eine der heftigsten Transalps, bei denen ich je gefahren bin“, kommentierte Oettl den sechsten Renntag, nachdem die Etappen vier und fünf zuvor den schlechten Wetterbedingungen in Norditalien zum Opfer gefallen waren.

In den weiteren Kategorien setzen die jeweiligen Leader unterdessen ihren Siegeszug unangefochten fort.

Bernd Hornetz und Erwin Hickl aus Deutschland vom Team corratec 3 gaben sich bei bei den Grand Masters keine Blöße (4:00.53,6).

Das schnellste Mixed-Paar wurde zum vierten Mal das Team MooserWirt – traxlradsport.at aus Österreich mit Daniela Pintarelli und Andreas Traxl (4:03.52,8).

Und auch die beiden Italienerinnen Letizia Grottoli und Marcellina Dossi von montura garda trentino lieferten bei der diesjährigen TOUR Transalp mit ihrem vierten Sieg ebenfalls eine wiederholt perfekte Vorstellung ab (4:33.55,9).

Morgen führt die finale Etappe der TOUR Transalp von Pieve di Ledro über wellige 102,28 Kilometer und 2.291 Höhenmetern nach Arco.

Ergebnisse

Die kompletten Ergebnisse der sechsten Etappe stehen online bereit.