Termin 24. - 30.06.2018

Rennleiter Marc Schneider im Rückblick: Das Wetter war außergewöhnlich schlecht

Um seinen Job war Marc Schneider während der Rennwoche nicht zu beneiden, nachdem schwierige Wetterbedingungen den Rennleiter der TOUR Transalp während der 2017er Auflage vor eine echte Bewährungsprobe gestellt hatten. In diesem Interview erinnert sich der Streckenchef.


Marc Schneider in einem der wenigen sonnigen Momenten der TOUR Transalp 2017 © Uwe Geissler

Was bleibt dem Rennleiter der TOUR Transalp 2017 am meisten in Erinnerung?

Marc Schneider: Das schlechte Wetter. Es war außergewöhnlich schlecht, und es hat uns extrem beschäftigt.

Aber ich erinnere mich auch gerne daran, dass es die Teilnehmer so genommen haben, wie es eben war; und es gut durchgestanden haben. Großer Applaus von meiner Seite an das gesamte Feld!

Ein Tief in Norditalien führte zu zwei abgesagten bzw. annullierten Etappen. Eine ungewöhnliche TOUR Transalp in diesem Jahr?

Ja, aber auch wenn es dadurch zwei Etappen weniger waren, war es gerade wegen des Wetters sehr anspruchsvoll.

Eigentlich war es sehr ungewöhnlich, mit was wir zu kämpfen hatten. Immer wieder kam was von oben, es war zu oft kalt und nass.

Die vierte Etappe von Bormio nach Livigno musste am Umbrailpass abgebrochen werden. Das Fahrerfeld wurde in den Startort zurückgeleitet und versorgt. Von den Fahrern gab es fast nur positive Rückmeldungen auf die schnelle Reaktion der Rennleitung. Wie schwierig war diese Situation?

In erster Linie möchte ich mich bei den Organisatoren und Helfern in Bormio bedanken.

Natürlich haben wir gewisse Vorbereitungen getroffen und abgesprochen, falls wir die Leute zurückschicken hätten müssen.

Das war auch gut, und vor allem die Umsetzung mit dem beheizten Zelt in Bormio war super.


Die Alpen präsentierten sich Ende Juni oft wolkenverhangen © Miha Matavz

Das kalte Wetter hat das Fahrerfeld zusammengeschweißt. Auch im Spitzenfeld gab es einen sehr respektvollen Umgang, was die beiden belgischen Gesamtsieger Frederic Glorieux und Bob Michels bestätigten.

Das war besonders schön anzusehen.

Erstens der sportliche Kampf und mit welchen fairen Mitteln er bestritten wurde. Zweitens war immer wieder zu beobachten, wie gemeinsam agiert und bei Problemen sich gegenseitig geholfen wurde.

Ein neuer Faktor im Fahrerfeld der TOUR Transalp?

Nein. Im Mittelfeld wussten wir immer, dass der Respekt sehr groß ist. Man kennt sich von vielen Austragungen und fährt auch gerne gemeinsam.

Es ist aber schön, dass dieser Spirit auch an der Rennspitze angekommen ist. Die Zeiten wo es ein Hauen und Stechen gab, scheinen vorbei zu sein.

Es entsteht eine Gemeinschaft, und man unterstützt sich. Es war 2017 wirklich ein gutes Klima im Fahrerfeld zu bemerken.

In den Tagen nach der TOUR Transalp erreichten uns sogar Bilder von Schneefall und Neuschnee am Stilfserjoch. Es hätte also auch schlimmer sein können?

(lächelt) Ja, aber wenn ich diese Bilder sehe, dann lasse ich die TOUR Transalp alleine weiterfahren. Bei Neuschnee geh ich lieber Skifahren als ein Radrennen zu leiten.